Vor rund 2.500 Jahren zieht ein persischer Großkönig mit einem gewaltigen Heer Richtung Griechenland – und geht als Inbegriff des orientalischen Despoten in die Geschichte ein. Dieses Bild wirkt bis heute nach, bis in Filme wie „300“, in dem Xerxes der größenwahnsinnige, grausame Gegenspieler heroischer Spartaner ist. Aber war er das wirklich?
Wir werfen einen differenzierten Blick auf Xerxes I., den Großkönig des Achämenidenreiches. Wir sprechen über seinen Griechenlandfeldzug 480 v. Chr., über Thermopylen, Salamis und die Niederlage gegen die griechischen Stadtstaaten. Vor allem aber nehmen wir sein Bild bei Herodot unter die Lupe: den König, der das Meer auspeitschen ließ, einen Untertanen auf grausame Weise bestrafte und zwischen Zweifel, Hybris und angeblicher Gottgläubigkeit schwankte.
Wie verlässlich ist diese Darstellung? Ist Xerxes tatsächlich der brutale Gewaltherrscher, als den ihn die antike und moderne Erzähltradition zeigt? Eine Spurensuche zwischen Propaganda, Literatur und historischer Wahrscheinlichkeit – und ein Blick darauf, wie sehr ein antiker Autor unser Bild eines Herrschers bis heute prägt.
Zum Weiterlesen:
- Hilmar Klinkott, Xerxes. Der Großkönig in Griechenland, Stuttgart 2023
- Richard Stoneman, Xerxes: A Persian Life, New Haven/London 2015
- Josef Wiesehöfer, Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., Düsseldorf 2005

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