Helikopter – Fremdwort der Woche

Helikopter sind schon beeindruckende Fortbewegungsmittel. Während sich ein Flugzeug mit seinen Tragflächen durch die Luft bewegt, erzeugt ein Hubschrauber seinen Auftrieb mit rotierenden Rotorblättern. Er schraubt sich gewissermaßen in die Höhe. Und genau dieses „Schrauben“ steckt tatsächlich auch in seinem Namen.

Ein „Schraubflügler“

Das deutsche Gegenstück zum Fremdwort „Helikopter“ lautet bekanntlich „Hubschrauber“. Und wie sein Pendant beschreibt auch das Wort „Hubschrauber“ ganz gut, was da eigentlich passiert: Das Gerät wird in die Höhe gehoben, indem durch die Rotorblätter eine Art Schraubbewegung vollzogen wird. 

Das Fremdwort „Helikopter“ setzt sich zusammen aus den beiden altgriechischen Bestandteilen ἕλιξ (hélix) für „Spirale“, „Schraube“ und πτερόν (pterón) für „Flügel“. „Helikopter“ bedeutet also wörtlich etwa so was wie „Spiralflügler“ oder „Schraubflügler“. 

Aber woher kommt das „Schrauben“?

Das Wort ist also eine moderne Neuschöpfung aus zwei altgriechischen Bestandteilen. Doch woher kommt eigentlich das Bild vom „Schrauben“? Das griechische Wort ἕλιξ (hélix) bezeichnet zunächst eine Windung oder Spirale, also etwas, das sich schraubenförmig dreht. 

Im antiken Griechisch konnte das Wort deshalb ganz unterschiedliche Dinge bezeichnen, die diese Form hatten: etwa eine Locke, eine Ranke oder eine spiralförmige Bewegung. Später wurde es auch für schraubenartige technische Vorrichtungen verwendet.

Als der französische Erfinder Gustave de Ponton d’Amécourt 1861 nach einem Namen für seine neue Flugmaschine suchte, griff er genau auf dieses Bild zurück. Er verband ἕλιξ (hélix), die Spirale, mit πτερόν (pterón), dem Flügel. Ein hélicoptère war also wörtlich ein „Spiralflügel“ oder „Schraubflügel“: Ein Flügel, der sich dreht und dadurch Auftrieb erzeugen soll.

Und warum gibt es noch den „Hubschrauber“?

Interessanterweise haben wir im Deutschen auch gleich noch einen Konkurrenzbegriff für den Helikopter, nämlich den Hubschrauber. Beide Worte meinen dasselbe. Dabei ist der „Hubschrauber“ nichts Anderes als eine so genannte „Lehnübersetzung“, also ein deutsches Wort, das dem griechisch-französischen Vorbild nachempfunden ist. 

„Hub“ meint dabei das Anheben bzw. die Bewegung nach oben, „Schrauber“ zielt wieder auf die rotierende Bewegung ab. 

Beide Begriffe passen sehr gut zum Helikopter bzw. Hubschrauber: Seine Rotorblätter drehen sich ständig, und dadurch entsteht der Auftrieb, der die Maschine in der Luft hält. Der „Schraubflügel“ ist also keine Erfindung der Griechen. Aber die griechische Sprache lieferte fast zweitausend Jahre später die Bausteine für seinen Namen. Und so steckt in einem modernen Helikopter tatsächlich ein kleines Stück Antike: ἕλιξ (hélix), die Spirale.

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert