Afrika – Fremdwort der Woche

Europa, Asien, Afrika. Heute machen wir unsere geographische Rundreise voll. Woher der Name „Afrika“ stammt, ist ziemlich unklar. Aber immerhin gibt es zwei Theorien. Eine davon ist unbefriedigend, die andere nicht besonders nett. 

Was in der Antike „Afrika“ war

Der Name „Afrika“ ist die unsicherste aller Bezeichnungen für Kontinente, die wir bisher hatten. Er taucht erstmals bei den Römer*innen auf. Sie nannten das Gebiet des heutigen Tunesien so, rund um die antike Stadt Karthago. Das erinnert an die Karriere, die die Bezeichnung „Asien“ hinter sich gebracht hat, womit ja auch ursprünglich nur ein recht kleines Gebiet gemeint war. 

Wir wissen außerdem noch, dass es im Lateinischen das Wort „afer“ (und davon abgeleitet „africanus“) gab, das einen Einwohner der dortigen Region bezeichnete, also in etwa „Nordafrikaner“ bedeuten würde. Einer der bekanntesten römischen Komödiendichter führte den Beinamen „Afer“, nämlich Terenz.

Das führte zu der Vermutung, dass Terenz ursprünglich aus dem heutigen Tunesien stammte und vielleicht als Sklave nach Rom kam, wo er eine ziemlich steile Karriere hinlegte. Aber woher sein Beiname und damit auch die geographische Bezeichnung stammt, ist völlig unklar.

Warum das eine gute These ist

Eine These ist zwar unbefriedigend, aber klingt zumindest sehr plausibel: Dass damit nämlich ursprünglich ein Volksstamm gemeint war, der im heutigen Tunesien ansässig war. So was kennen wir auch aus der heutigen Zeit. Die französische Bezeichnung für Deutschland lautet bekanntermaßen „Allemagne“, was auf das germanische Volk der Alemannen zurückgeht. 

Leider kennen wir aber keinen Volksstamm in Nordafrika, der für „afer“ Pate gestanden haben könnte. Es bleibt also nichts als eine schöne Hypothese. 

Staubland?

Und dann gibt es da noch eine andere komische Theorie. Man hat auch versucht, „Afrika“ mit einem semitischen Wort in Verbindung zu bringen, das im Hebräischen als עָפָר „afar“ belegt ist. Und das heißt: Staub. Also wäre Afrika demnach das „Staubland“?

Das kommt natürlich hin, wenn man an die vielen Wüstengebiete denkt, die Nordafrika prägen. Aber das stimmt nur aus unserer Perspektive. Denn für die Hebräer*innen oder auch die anderen Völker des Nahen Ostens, in deren Sprachen ein solches Wort existierte, war das ein ziemlich vertrautes Umfeld. Warum sollten sie ausgerechnet Nordafrika als „Staubland“ bezeichnen, wenn es bei ihnen zu Hause mehr oder weniger genauso aussah? 

Und nett ist das Wort auch nicht so besonders. Denn Nordafrika besteht ja nicht nur aus Wüste und Staub. Man mag es als Europäer*in vielleicht nicht so recht glauben, aber es gibt dort durchaus grüne Flecken, Oasen, Flüsse, Seen und fruchtbare Regionen. Auf den Bergen Marokkos liegt sogar Schnee. Die Vermutung liegt nahe, dass die Herleitung des Wortes „afer“ vom Hebräischen „afar“ eher der Fantasie europäischer Forscher*innen entsprungen sein dürfte. 

Was bleibt also als Fazit? Nur, dass wir einfach nichts Genaues sagen können. Unser großer Nachbarkontinent behält also noch einige Geheimnisse für sich. 

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