Professionell – Fremdwort der Woche

Einmal mit Profis zusammenarbeiten! Das könnt ihr hier und heute. Wir sind nämlich Profis. Also jetzt nicht in dem Sinne, dass wir das hier beruflich machen oder damit Geld verdienen würden. Aber so ganz im Ursprung des Wortes „professionell“. Wir sagen nämlich, dass wir etwas können.

Bis zur heutigen Verwendung von „professionell“ im Sinne von „beruflich“ oder „auf hohem Niveau“ hatte das Wort eine lange Reise hinter sich. Sie fängt an beim lateinischen Verb profiteri. Das hat im Perfekt den Wortstamm professus. Daraus erklärt sich, woher die beiden s kommen. Profiteri hat die eher langweilige Bedeutung „öffentlich erklären“, „verkünden“ oder „öffentlich angeben“. Wenn man also im alten Rom verkündet hätte, man sei Fußballer*in, dann wäre man damit Profi-Fußballer*in. Das hatte man ja so verkündet. In der Art wurde es aber in der Antike nicht verwendet. 

Eine „Profession“ war in späterer Zeit zunächst einmal jede Angabe, die man öffentlich machte oder machen musste. Das konnte so etwas Banales wie der eigene Name sein. Den eigenen Namen als „Profession“ anzugeben, kann zwar heutzutage nur noch Kim Kardashian, aber in früherer Zeit zählte das. Es konnte auch der Name des Ehepartners oder der Ehepartnerin sein, Vermögensangaben zwecks Besteuerung oder eben auch das Gewerbe, das man betrieb, oder welcher Zunft man angehörte. Eine moderne Steuererklärung enthält in diesem Sinne also zum Beispiel sehr viele „Professionen“. Oder euer Personalausweis.

Ins Deutsche übernommen wurde das Wort aber im 16. Jahrhundert aus dem Französischen (frz. profession). Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits eine Verengung des Begriffs auf den gewerblichen Bereich stattgefunden. Profession konnte zwar auch noch „öffentliches Bekenntnis“ bedeuten, meistens war aber „Beruf“ oder „Stand“ gemeint. Ab dem 19. Jahrhundert hat das Wort „professionell“ dann nur noch die Bedeutung „berufsmäßig, gewerbsmäßig“ bzw. „etwas beruflich ausüben“. 

Hinzu kommt, dass man bei Leuten, die etwas beruflich machen, davon ausgeht, dass sie das auch besonders gut können und eine gewisse Expertise haben. Wenn ich mein Make-Up also heute professionell aufgetragen habe, bedeutet das noch nicht, dass ich das plötzlich beruflich mache. Es bedeutet nur, dass es sehr gut aussieht, dass ich über eine gewisse Technik, Skill und evtl. auch Ausrüstung verfüge. (War ein fiktives Beispiel. Ich habe in dem Bereich nicht viel drauf.)

Wenn ihr also heutzutage mit Profis zusammenarbeitet, könnt ihr schon erwarten, dass die in ihrem Bereich wissen, was sie tun. Auch wenn es dem Wortursprung nach reichen würde, wenn sie sagen, dass sie wissen, was sie tun.

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert