Monopol – Fremdwort der Woche

In einer Marktwirtschaft gilt ein Monopol allgemein als etwas Schlechtes. Man denkt vielleicht an große Ölkonzerne und an riesige Tech-Giganten. Aber im Grunde gibt es ziemlich viele Monopole. Kommt nur drauf an, wie man den Begriff genau definiert. 

Eine marktbeherrschende Stellung

Der Begriff „Monopol“ setzt sich aus dem beiden altgriechischen Begriffen μόνος (mónos) „einzig“ und πωλεῖν (poleîn) „verkaufen“ zusammen. Ein Monopolist ist also jemand bzw. ein Unternehmen, das als einziges oder beinahe als einziges eines oder mehrere Produkte verkauft und damit ein marktbeherrschende Stellung innehat. 

Und in diesem Sinne existierte der Begriff auch schon in der Antike. Er ist zwar in der griechischen Literatur noch weiblich und heißt μονοπωλία (monopolía), aber es gibt auch die sächliche Version, ein μονοπώλιον (monopólion). Denn, das meint man vielleicht im ersten Moment gar nicht: Ja, auch in der Antike hat man sich durchaus schon mit Wirtschaftsfragen befasst und versucht, betriebs- oder volkswirtschaftliche Prozesse und Gegebenheiten wissenschaftlich fassbar zu machen. 

Aber wie ist das nun: Wenn ich nun ein völlig neues, innovatives und einzigartiges digitales Gadget erfinde und auf den Markt bringe, könnte ich steinreich werden. Ich bin ja auch der einzige Anbieter. Keine Konkurrenz. Zumindest vorerst. Aber bin ich dann nicht auch ein Monopolist? Bin ich böse? Bin ich kapitalistischer Abschaum? 

Ab wann ist ein Monopol ein Monopol?

Nein, natürlich nicht. Wenn man heute über Monopole spricht, dann ist das selbstverständlich in größeren Dimensionen gemeint. Und inwiefern so etwas politisch interessant wird, hängt natürlich auch von der Relevanz eines Produkts ab. Also, wenn man der einzige Hersteller für Himbeerkaugummi ist, dann wird der Bundestag wohl kaum über die Zerschlagung des eigenen Unternehmens debattieren. 

Und aktuelle Diskussionen um die monopol-artige Stellung, vor allem von Tech-Unternehmen zeigen, dass es da durchaus viel Diskussionsbedarf gibt und dass die Sachlage nicht immer ganz so einfach zu beurteilen ist. Nintendo bietet eine Konsole an. Will man darauf ein Spiel aus dem Internet installieren, dann geht das nur über den eingebauten eShop. Kritiker*innen bemängeln, dass es sich dabei um ein Monopol handle. Gegner*innen argumentieren: Dann kauf dir doch einfach eine andere Konsole, wenn dir das nicht passt. Ist doch nicht so, dass Nintendo ein Monopol auf Konsolen hat. Gleiches gilt für Apple. 

Erfolg oder Gefahr?

Google ist da viel netter zu den Menschen. Wenn du die Suchmaschine nicht verwenden willst, dann kannst du doch völlig ohne Probleme eine andere verwenden. Auch auf einem Android-Smartphone. Oder ist es vielleicht doch etwas komplizierter? Ich meine: Wer kommt heute noch ohne Google aus? Aber kann man von einem Monopol sprechen? Ist es ein Quasi-Monopol oder eine „monopolartige Stellung“, die der Konzern innehat? Und: Sollte man was dagegen tun oder muss man einfach akzeptieren, dass der Konzern einfach eine grandiose Idee hatte und damit mega erfolgreich ist? Man könnte denen doch einfach auch mal den Erfolg gönnen. 

Eine Antwort gibt’s hier an dieser Stelle natürlich nicht. Darüber dürfen sich andere den Kopf zerbrechen oder die Köpfe heißreden. So einfach der Begriff „Monopol“ auch im wörtlichen Sinn zu verstehen ist, so kompliziert ist es, ihn mit den realen Gegebenheiten in Verbindung zu bringen. Vielleicht heutzutage mehr denn je. 

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