Fazit – Fremdwort der Woche

Auch wenn das Fazit normalerweise erst am Ende kommt, geht es heute in unserem ganzen Beitrag darum. Auch schon direkt hier am Anfang. Die Herkunft des Wortes hat aber tatsächlich etwas damit zu tun, dass das Fazit am Ende steht.

Die Bedeutung des Wortes „Fazit“ ist wirklich unspektakulär. Fazit geht zurück auf das lateinische Verb facit und bedeutet einfach „er/sie/es macht“. Ein sehr langweiliges Allerweltswort, das in jedem lateinischen Text dutzende Male auftaucht. Schließlich macht ja ständig irgendwer irgendwas.

Dass wir das Wort heute im Sinne von „Schlussfolgerung“ oder „Endergebnis“ verwenden, hat etwas mit dem Kaufmannswesen der Frühen Neuzeit zu tun. Auch damals schon war es üblich, Rechnungsbücher zu führen und Einnahmen und Ausgaben festzuhalten und zu katalogisieren. In der Regel rechnete man dann auch alle Einnahmen und Ausgaben zusammen, um zu wissen, wie viel Gewinn man gemacht hatte. Man schrieb also alles untereinander und zog eine Summe.

Um den Überblick nicht zu verlieren, schrieb man neben das Endergebnis das Wort facit mit der Bedeutung „Das macht (insgesamt Summe x)“. Dieses facit wurde schnell zu einer formelhaften Wendung für das Endergebnis, die man seit dem 14. Jahrhundert in lateinischen Rechnungen und seit dem 15. Jahrhundert auch genau so in deutschen benutzte. Sehr schnell wurde diese Formel auch in der Bedeutung „Schlussfolgerung“ ins Deutsche übernommen, wo es schon seit dem 16. Jahrhundert auftaucht. 

Das Fazit ist also das, was am Ende steht und aus den vorher aufgelisteten Dingen folgt, wenn man sie alle zusammen in Betracht zieht. Das galt ursprünglich für die Posten in einer Rechnung, aber später dann eben auch für Argumente, die man zunächst alle zusammentrug, abwägte und am Ende dazu kam, was es denn letztendlich „machte“, was das Ergebnis der Untersuchung war.

Fazit: Die wörtliche Bedeutung des Wortes ist zwar langweilig, aber die Art und Weise, wie es in die deutsche Sprache gekommen ist, ist dann doch wieder interessant.

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